Kalfaterband
144,00 €
Produktinformationen "Kalfaterband"
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Hanf-Kalfaterband: Fugen luftdicht schließen, ohne sie abzudichten
Das Kalfaterband ist ein gedrehtes Faserband aus reinem Hanf, mit dem Sie Anschlussfugen zwischen Fenster und Wand, Holz und Mauerwerk oder Holz und Lehm luftdicht verstopfen. Der Clou: Die Fuge wird dicht gegen Zugluft, bleibt aber diffusionsoffen – Wasserdampf kann weiterhin wandern, statt sich im Bauteil zu sammeln. Genau das leistet ein PU-Bauschaum nicht.
Kalfatern kommt aus dem Schiffbau: Holzrümpfe wurden mit Hanfwerg abgedichtet. Im Bau ist daraus die Standardlösung für alle Anschlüsse geworden, bei denen sich zwei Materialien bewegen und trotzdem dicht bleiben sollen. Hanffasern sind elastisch genug, um Fugenbreiten mitzugehen, die sich mit Temperatur und Feuchte verändern – bei Fachwerk, Holzfenstern und Blockbau ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme.
- Material: 100 % Hanffasern, ohne Bindemittel und ohne Zusätze
- Funktion: luftdicht, dabei diffusionsoffen und elastisch
- Fugenbreite: ideal für schlanke Fugen bis etwa 15 mm
- Fugentiefe: mindestens 50 mm, hohlraumfrei verdichtet
- Lieferform: als Strang im Gebinde, 1 × 10 kg oder 6 × 1 kg
- Auch bekannt als: Kalfaterband, Hanf-Fugenband, Dichthanf, Kalfaderband
Wo das Kalfaterband eingesetzt wird
Die klassische Anwendung: die Fuge zwischen Blendrahmen und Laibung. Elastisch, rückbaubar, ohne Schaumreste beim nächsten Fensterwechsel.
Balkenköpfe, Ständer, Schwellen: Überall dort, wo Holz auf mineralischen Untergrund trifft und beide Materialien unterschiedlich arbeiten.
Die Fuge zwischen Gefach und Fachwerkbalken ist die klassische Schwachstelle. Hanf nimmt die Bewegung des Holzes auf, ohne zu reißen.
Blockbohlen, Rundstämme und Zapfenverbindungen: Das Band wird beim Fügen eingelegt und dichtet die Lagerfuge dauerhaft ab.
Rohre und Kabel durch Wand oder Decke: Der Ringspalt lässt sich mit dem Band sauber ausstopfen – natürliche Alternative zum Schaum.
Auch im Bestand einsetzbar: Zugige Altbaufugen werden aufgekratzt, gereinigt und neu kalfatert – ohne die Bausubstanz zu verändern.
Der Fugenaufbau im Schnitt
Verarbeitung Schritt für Schritt
- Fuge vorbereitenDie Fuge muss mindestens 50 mm tief sein und darf keine losen Teile enthalten. Raue Oberflächen sind erwünscht – sie geben dem Hanf Halt.
- Rohe Holzflächen einstreichenFür einen wirklich luftdichten Anschluss werden unlackierte Rahmen und Zargen vorab mit Lehmkleister eingestrichen. Auf lackiertem Holz, Kunststoff und Aluminium hält Lehmkleister nicht – dort ist die Luftdichtheit im Einzelfall zu prüfen.
- Band einbringen und verdichtenDas Band mit Spachtel oder Fugenkelle Lage für Lage fest in die Fuge stopfen. Wichtig ist die Verdichtung: Hohlräume sind Luftwege, und ein locker eingelegtes Band dichtet nicht.
- Fugenoberfläche schließenInnen und außen die sichtbare Hanfoberfläche satt mit Lehmkleister einspachteln – wie ein dünner Anputz. Erst dieser Materialschluss macht die Fuge luftdicht.
- Optischen Abschluss herstellenAuf den getrockneten Spachtel folgt der Putzanschluss: innen Lehmputz, außen ein Kalkmörtel. Damit ist die Fuge bewitterungsgeschützt und optisch geschlossen.
Wichtig: Hanffasern sind nicht dauerhaft bewitterungsbeständig. Das Kalfaterband bleibt deshalb nie offen liegen, sondern wird beidseitig eingespachtelt und verputzt. Wer es als Außenabdichtung ohne Überdeckung einsetzt, riskiert Feuchteschäden.
Kalfaterband oder Kalfaterfaser?
Beide bestehen aus Hanf, unterscheiden sich aber in der Konfektionierung. Die Faustregel läuft über die Fugenbreite:
| Fugenbreite | Geeignet | Warum |
|---|---|---|
| bis ca. 15 mm | Kalfaterband | Der gedrehte Strang lässt sich präzise in schlanke Fugen einlegen und nachverdichten. |
| ab ca. 15 mm | Kalfaterfaser (lose Faser) | In breiten Fugen wird das Hantieren mit dem Band unnötig zeitaufwändig – lose Faser geht schneller. |
| Große Hohlräume | Stopfhanf | Stopfhanf ist ein Dämmstoff zum Ausfüllen von Gefachen, kein Fugendichtmaterial – er ersetzt das Kalfaterband nicht. |
Weitere Naturfasern für Fugen, Anschlüsse und Hohlräume finden Sie in unserer Kategorie Dämmmaterial. Für den Putzanschluss auf Materialwechseln führen wir zusätzlich Putzträger und Schilfrohrgewebe.
Hanf gegen Bauschaum: der Unterschied im Bauteil
| Kriterium | Hanf-Kalfaterband | PU-Bauschaum |
|---|---|---|
| Diffusion | Diffusionsoffen – Wasserdampf kann austrocknen | Weitgehend dampfbremsend, Feuchte kann im Anschluss verbleiben |
| Bewegung | Elastisch, geht Fugenbewegungen mit | Spröde nach dem Aushärten, reißt bei Bewegung |
| Rückbau | Lässt sich herausziehen, kompostierbar | Muss ausgeschnitten werden, Sondermüll |
| Materialverträglichkeit | Verträgt sich mit Holz, Lehm und Kalk | Chemisch fremd im ökologischen Wandaufbau |
Häufige Fragen zum Kalfaterband
Was bedeutet „kalfatern“ überhaupt?
Kalfatern heißt abdichten. Der Begriff stammt aus dem Schiffbau: Die Fugen hölzerner Schiffsrümpfe wurden mit Hanfwerg ausgestopft und anschließend verpicht. Im Bauwesen bezeichnet Kalfatern heute das luftdichte Verschließen von Anschlussfugen mit Naturfasern.
Heißt das Produkt nun Kalfaterband oder Kalfaderband?
Fachlich korrekt ist Kalfaterband – abgeleitet von „kalfatern“. Die Schreibweise Kalfaderband ist verbreitet, meint aber dasselbe Produkt: ein Fugendichtband aus reinem Hanf.
Wie viel Band brauche ich für meine Fuge?
Der Verbrauch hängt von Fugenbreite, Fugentiefe und Verdichtungsgrad ab – eine 10 mm breite und 50 mm tiefe Fuge verbraucht deutlich weniger als eine 15 mm breite bei gleicher Tiefe. Rechnen Sie Ihre laufenden Meter zusammen und rufen Sie uns an: Wir ermitteln den Bedarf mit Ihnen, bevor Sie bestellen.
Ist die Fuge damit wirklich luftdicht?
Das Band allein reicht nicht. Luftdicht wird die Fuge erst durch den Materialschluss: rohes Holz vorab mit Lehmkleister einstreichen, das Band hohlraumfrei verdichten, die Oberfläche beidseitig einspachteln. Bei lackierten Rahmen, Kunststoff- oder Aluminiumprofilen hält Lehmkleister nicht – hier ist die Luftdichtheit im Einzelfall zu prüfen oder mit dem Hersteller abzustimmen.
Kann ich das Kalfaterband außen einsetzen?
Ja, aber nur überdeckt. Die Fugenoberfläche wird außen mit Lehmkleister eingespachtelt und mit Kalkmörtel geschlossen. Offen liegender Hanf ist der Witterung nicht dauerhaft gewachsen.
Schimmelt Hanf in der Fuge?
Solange die Fuge diffusionsoffen aufgebaut ist und austrocknen kann, ist Hanf unproblematisch – die Bauweise ist seit Jahrhunderten erprobt. Kritisch wird es erst, wenn Feuchtigkeit eingesperrt wird, etwa durch eine dichte Folie oder einen Zementmörtel auf der Außenseite.
Eignet sich Stopfhanf als Ersatz?
Nein. Stopfhanf ist ein Dämmstoff zum Ausfüllen von Hohlräumen und Gefachen, kein Fugendichtmaterial. Für Anschlussfugen brauchen Sie Kalfaterband oder – bei breiteren Fugen – lose Kalfaterfaser.